Herzlich willkommen beim

Sportkreis Bruchsal

im Badischen Sportbund Nord e.V.

Modellprojekt Rezept für Bewegung gestartet

Menschen, die um die Notwendigkeit und um die positive Wirkung von Sport und Bewegung für ihre Gesundheit wissen, sind daran interessiert, sich zu bewegen. Sie nehmen das Bewegungsangebot des organisierten Sports gerne an. Die Sportvereine stehen jedoch vor der Herausforderung, auch die  Zielgruppe der Nichtbeweger für gesundheitsorientierten Sport  zu erreichen. Gerade diese Zielgruppe ist besonders gefährdet für verbreitete Beschwerden wie Rückenleiden oder Herz-Kreislauf-Krankheiten, denen durch regelmäßige moderate Bewegung entgegengesteuert werden kann.

Deshalb unterzeichneten der Präsident des Badischen Sportbundes, Nord Heinz Janalik, WLSB-Präsident Klaus Tappeser und Dr. Erwin Grom, Vizepräsident des Badischen Sportbundes Freiburg als Vertreter der drei Sportbünde, sowie Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, im Januar 2015 eine Kooperationsvereinbarung zum „Rezept für Bewegung“. Mit diesem Rezept können Ärzte nun nicht mehr nur bei bereits eingetretenen Beschwerden Medikamente und Physiotherapie verordnen, sondern auch vorbeugend Bewegungsangebote in Sportvereinen.

Das „Rezept für Bewegung“ dient als eine Art Gedankenstütze und soll Patienten, die sich zu wenig bewegen, auf qualifizierte Sportangebote der umliegenden Sportvereine aufmerksam machen. Es kann nicht vom Arzt abgerechnet werden und ähnelt dem grünen Rezept, das Ärzte für Arzneimittel ausstellen können, die nicht verschreibungspflichtig, aber wichtig zur Heilung einer Erkrankung sind.

Gezielt verweisen die Ärzte im Rahmen  einer Beratung auf geeignete Sportangebote in örtlichen Vereinen, die mit dem bundesweit gültigen Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT  (bzw. „Pluspunkt Gesundheit.DTB“ oder „Gesund & Fit im Wasser“ des DSV) ausgezeichnet sind. So ist eine qualifizierte Betreuung der Patienten durch die Übungsleiter in den Vereinen gesichert. Zudem zeichnen sich Angebote der Sportvereine durch einen hohen sozialen Wert aus, der auch über das Sporttreiben hinausgeht.

Das „Rezept für Bewegung“ wird bis 2017 in Baden-Württemberg zunächst in den vier Modellregionen Biberach, Freiburg, Karlsruhe/Bruchsal und Heilbronn umgesetzt. Langfristig soll es in ganz Baden-Württemberg etabliert werden. Das „Rezept für Bewegung“ ist eine bundesweite Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der Bundesärztekammer (BÄK) und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP).



Wie funktionierts ?

Schritt für Schritt: Vom Rezept zur Bewegung

  1. Der Arzt stellt fest, dass sich (mehr) Bewegung positiv auf die Gesundheit des Patienten auswirken würde.

  2. Er stellt ein Rezept für Bewegung aus, mit dem er dem Patienten deutlich macht, dass (mehr) Bewegung gesundheitsfördernd für ihn ist. Der Arzt wählt zwischen den vier Trainingsschwerpunkten Herz-Kreislauf, Muskel-Skelett-System, Entspannung/Stressbewältigung und Koordination/motorische Fähigkeiten die passende(n) aus und macht gegebenenfalls weitere Notizen für den Übungsleiter.

  3. Der Arzt informiert den Patienten über die Sportangebote mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT und bespricht mit dem Patienten, welche Angebote bei seinen Beschwerden geeignet sind. Online ist eine bundesweite Datenbank verfügbar, die mithilfe der Postleitzahl nach örtlichen Angeboten durchsucht werden kann.

  4. Der Patient nimmt mit dem Ansprechpartner des Sportangebots Kontakt auf und meldet sich zum Kurs

  5. Der Patient geht regelmäßig zum Sportkurs

  6. Nach Absolvieren des Kurses erhält er eine Teilnahmebestätigung des Sportvereines. Auf der Rückseite des Rezepts kann der Übungsleiter gegebenenfalls Vermerke für den behandelnden Arzt machen.

  7. Teilnahmebestätigung und Kopie des Rezepts können bei der Krankenkasse eingereicht werden. Einige Krankenkassen übernehmen die Kursgebühren oder Teile davon. Dies variiert von Krankenkasse zu Krankenkasse und solle gegebenenfalls vor dem Besuch eines Sportkurses abgeklärt werden.

  8. Bei einem weiteren Arzttermin werden der Erfolg der verordneten Bewegung und das  weitere Vorgehen besprochen.



Vorteile für Sportvereine

Was bedeutet das Rezept für Bewegung für die Vereine?


Das „Rezept für Bewegung“ dient vor allem dazu, die Zielgruppe der „Nicht-Beweger“ auf Sportangebote in Sportvereinen aufmerksam zu machen, da Vereine, diese nur schwer erreichen. Die Kursangebote der Sportvereine werden durch die Hinweise der Ärzte bekannter. Zudem können in neuen Netzwerken und Partnerschaften zwischen Ärzten und Vereinen Bewegungsangebote so abgestimmt werden, dass sie für die Nicht-Beweger interessant sind und bleiben.

Denn gerade die Zielgruppe der Nicht-Beweger kann stark von den Sportangeboten der Vereine profitieren. Die Bewegung in einer Gruppe mit anderen Personen kann es leichter machen, den eigenen bewegungsarmen Lebensstil zu ändern. So können sich möglicherweise auch längerfristige Bindungen der Patienten an bestimmte Sportangebote und Interesse an weiteren Kursen ergeben.