Die Spielvereinigung 1920 Oberhausen hatte schon mal sportlich erfolgreichere Zeiten erlebt. Der Monoverein ist als Vizemeister der Verbandsliga Nordbaden 2005 und 2006 gleich zweimal in der Relegationsrunde am Aufstieg in die Amateuroberliga Baden-Württemberg gescheitert. Heute wird in dem Traditionsverein, der nur Fußball im Angebot hat, Erfolg unter anderen Vorzeichen definiert. Tabellenstand und Spielklasse sind dabei weniger maßgebend als gesellschaftliche Verantwortung und die Vermittlung von Werten.
Diesen Paradigmenwechsel hat auch der Badische Sportbund (BSB) durch die Verleihung des Zukunftspreises 2025 honoriert. BSB-Präsident Gert Rudolph konnte den Preis beim Sportbundtag im Wieslocher Palatin-Kongresszentrum an die Vereinsvertreter Michael Scherer und Frank Rathnau übergeben. Ausgezeichnet unter den 19 Bewerbern wurden auch der TSV Jöhlingen und der TSV Oftersheim. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Spielvereinigung Oberhausen als einer von deutschlandweit nur drei Vereinen für eine Pilotförderung der Deutschen Sportjugend ausgewählt. Thema des moderierten Prozesses war „Demokratiebildung in Vereinen“.
In der Bewerbung für den Zukunftspreis 2025 hat Dominik Weinlein ausgeführt, dass durch verschiedene Maßnahmen wie Kampagnen gegen Drogen und Mobbing, aber auch durch die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlichen die Resilienz der Nachwuchsspieler gegen „schlechte“ Einflüsse gestärkt werden sollte. „Als zertifizierter jugendfreundlicher Fußballverein sehen wir dies als unsere Pflicht an“, bestätigt Weinlein und ergänzt: „Ziel sei die Schärfung der Sichtweise der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren in Bezug auf demokratische Werte um sie vor extremistischen Einflüssen zu schützen.“
Bei einem Workshop der Vorstandschaft mit den Jugendspielern wurden Barrieren ab- und Vertrauen aufgebaut. Kommuniziert wird über einen WhatsApp-Kanal, der die Helferfindung für Vereinsveranstaltungen erleichtert und auch Jugendliche anspricht. Der von der Himmelseher Sportversicherungen ausgelobte Zukunftspreis des Badischen Sportbundes wurde für die drei Vereine mit jeweils 2500 Euro honoriert.
Kurt Klumpp
